Vor ein paar Wochen war ich allein mit meinen Kindern an der polnischen Ostsee. Wir hatten ein paar herrliche Tage bei bestem Wetter. Aber als wir nach Hause kamen, brachten mich meine Kinder ganz schön in Verlegenheit – ich bekam einen knallroten Kopf.
Meine Frau fragte: „Wie war’s?“ Und eines meiner Kinder erzählte fröhlich:
„Wir sind abends über die Promenade gegangen, und Papa musste auf einmal pupsen. Und direkt danach hat ein anderer Mann, an dem wir gerade vorbeiliefen, auch gepupst – als würde er antworten!“
Wie peinlich! Auf was Kinder alles achten. Ich erinnere mich gut – und ja, es war lustig. Aber ich hatte nicht geplant, dass die Welt es erfährt.
Diese Szene erinnert mich daran: Ich bin nur ein Mensch. Mit Stärken und Schwächen. So wie wir alle. Selbst unsere Helden, unsere Vorbilder, unsere Prediger, die wir bewundern.
Manchmal denke ich: Wenn ich doch nur so reden könnte wie er … wenn ich doch nur so eine Ausstrahlung hätte … Aber die Wahrheit ist: Auch diese Menschen haben Fehler. Auch sie kommen in peinliche Situationen.
Und das gilt nicht nur für Prediger. Schau dir die Influencer an, die Social Media dominieren, die Trends setzen, scheinbar alles im Griff haben. Auch sie sind nur Menschen.
Gott wusste das. Und genau deshalb war er so enttäuscht, als sein Volk forderte: „So setz doch einen König als Herrscher über uns ein, wie auch alle unsere Nachbarvölker einen haben“ (1. Samuel 8,5 HfA).
Warum? Weil er selbst ihr König sein wollte. Doch sie schauten, was andere taten, was gerade „üblich“ war – und orientierten sich daran.
Und mal ehrlich: Ist das heute anders?
Wir schauen auf andere, suchen Vorbilder. Vielleicht hast du einen Lieblingsprediger, hörst seinen Podcast, liest alles, was er schreibt. Und das ist gut – solange wir nicht vergessen: Diese Menschen sind nur Werkzeuge in Gottes Hand. Sie sind nicht der König.
Vielleicht denkst du: Dieser Prediger hat mein Leben verändert. Ich kann kaum erwarten, ihn wieder zu hören. Aber was passiert, wenn wir uns mehr nach den Worten eines Menschen sehnen als nach den Worten Gottes?
Die Wahrheit ist: Niemand außer Gott verdient den Platz des Königs in deinem Leben. Nicht dein Vorbild, nicht dein Lieblings-Prediger, nicht ein Influencer – nicht einmal du selbst.
Das klingt herausfordernd, aber ich lade dich ein, ehrlich zu prüfen:
Haben wir unbewusst jemandem einen Platz gegeben, der eigentlich Gott gehört?
Mach den wahren König wieder zum König deines Lebens. Er allein ist es wert.
Sei gesegnet!
„Wer auf andere schaut, verändert sich. Wer auf sich schaut, bleibt stehen. Wer auf Gott schaut, wird verwandelt“ (frei nach Corrie ten Boom).