… dann beweg deinen Hintern

Jürgen Ferrary
5. Oktober 2026

Gestern haben wir darüber gesprochen: „Wenn du etwas verändern willst.“ Und vielleicht hast du danach gedacht: „Ja, stimmt. Ich müsste eigentlich mal …“ Ich kenne dieses „eigentlich“. Eigentlich müsste ich mehr Sport machen. Eigentlich sollte ich diesen Anruf endlich erledigen. Eigentlich müsste ich mich mit diesem Menschen versöhnen. Eigentlich wollte ich schon längst anfangen.

Und dann passiert etwas Faszinierendes: Wir denken darüber nach, wir beten darüber, wir reden darüber – und bleiben sitzen. Deshalb heute die etwas unfromme Fortsetzung: Dann beweg deinen Hintern!

Nicht, weil Gott dich antreiben möchte. Sondern weil Veränderung irgendwann einen Schritt braucht. Einen echten. Einen, den du nicht nur denkst, sondern gehst.

Petrus ist dafür ein großartiges Beispiel. Die Jünger sitzen im Boot, der Wind bläst, und Jesus steht auf dem Wasser. Petrus fragt: „Herr, wenn du es wirklich bist, dann befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen.“ Jesus sagt: „Komm!“ Und Matthäus 14,29 erzählt: „Da stieg Petrus aus dem Boot und ging auf dem Wasser Jesus entgegen.“

Petrus hätte auch noch eine halbe Stunde darüber diskutieren können. Er hätte eine Pro-und-Contra-Liste schreiben können. Aber irgendwann musste er einen Fuß aus dem Boot setzen.

Glaube wird praktisch, wenn aus einem Gedanken ein Schritt wird.

Vielleicht ist dein nächster Schritt heute ein Gespräch. Eine Bewerbung. Eine Entschuldigung. Ein Arzttermin. Eine Entscheidung. Eine neue Gewohnheit. Vielleicht musst du anfangen, Nein zu sagen. Vielleicht endlich Ja.

Aber hier kommt der entscheidende Punkt: Ein Next Step ist kein einmaliges Ereignis. Er muss zu einem Lebensstil werden. Paulus schreibt in Philipper 3,13–14: „Ich vergesse, was hinter mir liegt, und strecke mich nach dem aus, was vor mir liegt. Ich laufe auf das Ziel zu.“

Paulus sagt nicht: „Ich bin angekommen.“ Er sagt: „Ich strecke mich aus.“ Christliches Leben bedeutet Bewegung. Nicht hektische Betriebsamkeit, sondern immer wieder der nächste Schritt mit Gott.

Du musst heute nicht dein komplettes Leben aufräumen. Du musst nicht wissen, wo du in fünf Jahren stehen wirst. Aber du kannst dich fragen: Was ist mein nächster Schritt? Und wenn du ihn gegangen bist, fragst du wieder: Was ist jetzt der nächste?

Du kommst nicht voran, weil du alles weißt. Du kommst voran, weil du immer wieder den nächsten Schritt gehst.

Vielleicht ist das heute Gottes Einladung an dich: Hör auf, auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Hör auf, nur darüber nachzudenken. Steh auf. Fang an. Geh los.

Und wenn du stolperst? Dann steh wieder auf und geh weiter. Genau das ist doch Petrus passiert: Als er auf dem Wasser ging, bekam er es mit der Angst zu tun und fing an zu sinken. Aber schau hin, was Jesus tut: Er lässt ihn nicht untergehen. Er streckt die Hand aus und hält ihn fest. Wenn du deinen nächsten Schritt wagst, musst du keine Perfektion mitbringen. Wenn der Mut mal nachlässt oder du ins Straucheln gerätst, fälltst du nicht ins Bodenlose – du fällst in Gottes Hand.

Denn auch das gehört zum Next Step.

Deine Herausforderung für heute: Schreib einen einzigen Satz auf: „Mein nächster Schritt ist …“ Nicht zehn Schritte. Einen. Und dann – ganz praktisch – mach ihn heute. Morgen fragst du wieder: Was ist mein nächster Schritt? So wird aus einem Schritt ein Weg. Und aus einem Weg ein Lebensstil.

Sei gesegnet!

„Der Weg entsteht beim Gehen.“— Antonio Machado

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