Anfang Januar ist die Zeit der guten Vorsätze. Mehr Sport. Weniger Stress. Besser essen. Geduldiger sein. Und in diesem Jahr steht über all dem eine große Verheißung, die weiter reicht als jede To-do-Liste: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5).
Jesus sagt nicht: „Ich helfe dir, ein bisschen aufzuräumen.“ Er sagt nicht: „Ich renoviere das Nötigste.“ Er sagt: „Ich mache alles neu.“
In meiner letzten Gemeinde haben wir mit dem Konzept der „Natürlichen Gemeindeentwicklung“ gearbeitet (das ich großartig finde). Dabei werden verschiedene Bereiche in der Gemeinde betrachtet, um herauszufinden: Wo sind wir gesund? Und wo bremst uns etwas aus? Besonders hängen geblieben ist mir dabei ein Bild: der alte Holzeimer.
Ein solcher Eimer besteht aus einzelnen Holzstreben. Und egal, wie viele starke, hohe Streben er hat – er kann immer nur so viel Wasser halten, wie die kürzeste Strebe erlaubt. Alles darüber hinaus läuft aus. Und genau das ist das Prinzip der Natürlichen Gemeindeentwicklung, zu schauen, wo unsere Stärken liegen, die Wachstum fördern, und unsere Schwächen, die Wachstum verhindern.
Dieses Bild lässt sich erstaunlich gut auf unser eigenes Leben übertragen.
Paulus beschreibt geistliches Wachstum so: „Der Geist des Herrn wirkt in uns, sodass wir ihm (Jesus) immer ähnlicher werden.“ (2. Korinther 3,18). Wachstum geschieht nicht nur punktuell, sondern ganzheitlich.
Pastor Leo Bigger schlägt vor, das Leben in verschiedene Bereiche einzuteilen: Glaube, Beziehungen, Gesundheit, Arbeit, Finanzen, innere Stabilität. Und plötzlich wird klar: Mein Leben läuft nicht rund, wenn ein Bereich dauerhaft vernachlässigt wird.
Ich kann geistlich brennen – aber wenn meine Beziehungen kaputt sind, läuft mein Eimer aus.
Ich kann beruflich erfolgreich sein – aber wenn meine Gesundheit am Limit ist, zahle ich einen hohen Preis.
Ich kann viel geben – aber innerlich leer sein.
Balance ist kein Luxus, sondern geistliche Weisheit.
Und genau hier wird die Jahreslosung konkret: Wenn Jesus sagt, er macht alles neu, dann meint er nicht nur meinen Glauben, sondern mein ganzes Leben. Nicht nur das, was ich gerne herzeige, sondern auch das, was ich lieber ignoriere.
Herausforderung für heute: Nimm dir bewusst ein paar Minuten Zeit und schau ehrlich auf deinen „Lebens-Eimer“. Bewerte die fünf Bereiche deines Lebens jeweils mit einer Zahl von 1 bis 10, wobei 10 stark ausgeprägt ist und 1 schwach.
Male dann ein kleines Balkendiagramm. Jeder Punkt ist 1 cm. Du wirst schnell erkennen, wo deine Stärken liegen und wo deine Schwächen.
Entscheide dich dann ganz bewusst für einen oder zwei schwache Bereiche, die du in der nächsten Zeit nicht länger ignorieren, sondern stärken willst. Nicht perfektionistisch. Aber mit Exzellenz. Vielleicht mit einem ersten kleinen Schritt. Vielleicht auch mit der Bitte um Hilfe.
Jesus macht nicht halb neu. Aber er zwingt sich niemandem auf.
Sei gesegnet!
„Wer immer nur repariert, was kaputt ist, verpasst die Chance, etwas Neues zu bauen“ (Unbekannt).


