Sorgen

“Nun hab doch mal ein bisschen Vertrauen!” – Ich mag diesen Spruch so gar nicht. Genauso wenig, wie die Aufforderung doch mal ein bissel Geduld zu haben. Wenn mir eine Sache im Bauch kribbelt, dann kribbelt sie mir im Bauch. Das ist bei Aufregung so, aber besonders auch, wenn ich mir Sorgen mache. Sorgen können mich echt fertig machen.

“Ungelegte Eier”

Meine Gedanken kreisen dann die ganze Zeit um das Thema. Das geht so weit, dass ich nachts Schwierigkeiten habe einzuschlafen oder dann mitten in der Nacht wach werde. “Das sind doch alles ungelegte Eier…”, sagt meine Frau dann oft. Und eigentlich hat sie ja recht.

Sorgt euch nicht um Morgen

Aber, was soll ich denn machen? Mich lassen halt viele Sachen nicht kalt. Und dann stolperte ich über Jesu Rede in Matthäus 6, in der er uns auffordert, uns keine Sorgen um das Morgen zu machen. Er spricht von den Vögeln, die weder säen, noch ernten noch Vorräte ansammeln und die Gott dennoch versorgt. Und dann spricht er von den Blumen, die nicht arbeiten und sich keine Kleider nähen. Und quasi als Pointe sagt er seinen Freunden: “Deshalb sorgt euch nicht um morgen, denn jeder Tag bringt seine eigenen Belastungen. Die Sorgen von heute sind für heute genug” (Matthäus 6,34).

Last von den Schultern nehmen

Meint Jesus, ich solle aufhören, arbeiten zu gehen und wie das Kind im Märchen Sterntaler mein Hemdchen aufhalten? Sicherlich nicht. Was Gott mir anbietet, ist, mir Last von meiner Schulter zu nehmen. Ich habe einmal eine kleine Geschichte von einem Vogel gehört, der die ganze Zeit mit gestreckten Beinchen auf dem Rücken lag. Als nun ein anderer Vogel vorbeikommt und ihn fragt, was er da tut, so mitten auf der Wiese mit den Beinen in den Himmel gestreckt, antwortet der erste Vogel: “Ich halte den Himmel fest. Wenn ich meine Beine wegnehme, dann stürzt er ein!”

Gefangen nehmen

Jesus fordert uns nicht auf, leichtsinnig und blauäugig oder gar faul zu leben und nichts zu tun. Umgekehrt müssen wir nicht wie der kleine Vogel sein, der denkt, ohne ihn würde die ganze Welt zusammen brechen. “Die Sorgen für heute sind für heute genug!” Sorgen können uns gefangen nehmen, uns lähmen. Sorgen können uns den Spaß rauben und die Seele niederdrücken – und dennoch ändern wir an der Sache meist an sich nichts, ganz gleich, ob wir nun die halbe Nacht voller Sorge wach liegen oder nicht.

Geduldiger sein

Unser Leben wird leichter, wenn wir lernen, geduldiger zu sein – mit uns selbst, mit anderen und mit Gott! Wenn wir uns die Zeit nehmen und Gott bitten, uns seine Perspektive zu zeigen, wenn wir wirklich versuchen, einen Schritt nach dem anderen zu gehen, uns also um die aktuellen Belange kümmern, dann wird es zwar immer noch Nächte geben, in denen wir voller Sorge wach liegen, aber es werden weniger werden, denn unser Vertrauen zu Gott wird wachsen.

Beziehung zu Gott

Ich habe mir vorgenommen, meine Zeit und Energie, die mich sonst wegen meiner Sorgen gefangen nehmen und mich bestimmen, besser zu nutzen, nämlich all diese Energie und auch all die Zeit in meine Beziehung zu Gott und den Menschen um mich herum zu investieren.

Entscheiden

Meine sorgenvollen Gedanken kann ich vielleicht nicht immer und nicht gleich abschalten. Aber ich kann mich bewusst entscheiden zu sagen: Nicht jetzt! Ich nutze die Zeit, wo ich nicht schlafen kann zum Beten oder zum Bibel-Lesen. Ist besser, als mich wach hin und her zu wälzen. Beim ersten gebe ich Gott die Chance in meine Situation zu sprechen – beim zweiten ändert sich nichts, außer, dass ich nicht schlafen kann.

Gebet – reden mit Gott

Viele Sorgen – viel Gebet. Viel Gebet – viel Antwort. Viel Antwort – viel Vertrauen. Scheint gar nicht so schwer zu sein. Wenn da nur nicht die vielen Sorgen von morgen wären und von übermorgen und von über übermorgen…

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de