„Waldbrandland“

Um die Ecke brennts. Bei Potsdam. Die Süddeutsche schrieb vor zwei Tagen, dass Deutschland ein Waldbrandland werde. In Potsdam scheint man den Brand wohl in den Griff zu kriegen. Anders als in Griechenland mit 100 Toten bis jetzt. In Schweden allein 80 Brände. Tödliche Hitzewelle in Japan. Die Natur ist erbarmungslos.

Hiob

Wie vielen Menschen wird es momentan so gehen wie Hiob? Dem Mann, dem durch Naturkatastrophen und menschliche Verbrechen alles genommen wurde. Familie und Besitz. Man freut sich auf einen schönen Sommer und dann wird er für viele zerstörerisch. Und die Prognosen sind wohl so, dass noch viele drohen in die Hiobsituation zu geraten. Furchtbare seelische Qualen, die so ein Mensch erleiden muss. Der Schmerz und die Frage: Warum? Und wer wie Hiob mit Gott lebt gerät in die Glaubenskrise seines Lebens. Ein Gott, der zulässt, dass mir alles, ja das Liebste genommen wird?

Der “Sinn”

Es gibt keinen. Die Natur erhält uns am Leben. Aber sie tötet auch. Ohne Frage. Ohne Ansehen der Person. Die Natur hat ihr Wechselspiel und wer hier einen ständig alles verhindernden Gott erwartet, der romantisiert Ihn. Hiob hat getrauert und gestritten. Er stritt mit Gott, er klagte zu Gott, er forderte eine Erklärung. Er bekam keine Erklärung. Aber eine Antwort: „Wo warst du, als ich Himmel und Erde erschaffen habe?“. Gott verweist auf Sein Schöpfungsgeheimnis, das unser Begreifen und Dasein weit übersteigt. Für den Menschen machen Tod und Zerstörung nie einen Sinn für das Leben.

Ausblick

Wir werden noch viele Waldbrände und Katastrophen erleben. Noch viele werden leiden. Zu Gott schreien oder Ihn verfluchen. Hiob hat Gott nicht verflucht. Er hat zu Ihm geschrieen. Begreifen konnte er Ihn nicht. Aber in der Tiefe seines Leidens durfte er Ihm begegnen. Und er durfte nach dieser Krise aus all diesem Elend und der Trauer heraus neu, ganz leben. Und er bekannte „Ich hatte dich nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“ Der liebende Blick Gottes, der in Jesus selbst alles gelitten hat, möge er jedem leidenden Menschen tröstend begegnen.

Thomas Nachtigall Berlin Lankwitz für GottinBerlin.de