Das Wort Danke mit blau gestempelt

Vergiß nicht zu danken …

Als ich mit Anfang 20 Christ wurde, gab es in der Gemeinde, die ich damals besuchte, einen absoluten Schlager, der sehr oft sonntags gesungen wurde: “Vergiß nicht zu danken dem ewigen Herrn.” Es gehörte damals zu den “modernen” Kirchenliedern. Immerhin wurde der Text – die Mundorgel sagt, dieser wäre mündlich überliefert – wohl erst Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts vertont.

Irgendwie mochte ich damals das Lied. Die Melodie des Refrains klingt ein Stück nach altem Wanderlied – und als alter Pfadfinder war das natürlich ein Stück meine Welt.

Auchwenn ich froh bin, dass es heute Kirchenlieder gibt, die zumindest für meine Ohren wirklich modern klingen, so kann ich nicht leugnen, dass es dieses alte Lied doch geschafft hat, sich in mein Gedächtnis einzubrennen. Immer noch fange ich automatisch an zu schunkeln, wenn ich daran denke.

Begegnung

Und inhaltlich ist das Lied aktueller denn je, denn Dank ist etwas, das viele Menschen verlernt haben. Ich kann mich gut an eine kurze Begegnung in einem Supermarkt vor ein paar Wochen erinnern. Die Schlangen an den Kassen liefen wieder einmal durch den halben Laden (mehr Abstand bedeutet ja automatisch auch mehr Platz, den man braucht).

Als ich dann endlich bezahlt habe, lächelte ich die Kassiererin herzlich an (was sie sicherlich wegen der Maske nicht unbedingt sehen konnte) und bedankte mich mit einem aufmunternden Spruch. Die Dame sah mich an, als wäre ich aus einer anderen Welt und antwortete: “Ich danke Ihnen ganz herzlich. Wissen Sie, es ist so selten, dass hier mal jemand danke sagt…”
 

Nachdenklich

Das hat mich nachdenklich gemacht und auch ein Stück traurig – zumal ich weiß, dass ich auch nicht gerade der Überflieger bin, was Dank angeht – vor allem, wenn es um Dank an Gott geht. Dabei ist gerade der so wichtig. Natürlich auch, weil sich Gott ebenso freut wie die Kassiererin im Supermarkt, aber noch viel mehr, weil Dank meinen Glauben stärkt.

Dank fördert Vertrauen

Das klingt vielleicht erst einmal komisch, ist aber wahr. In besagtem Lied lautet die erste Strophe auch: “Vergiß nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan.” Dank fördert mein Vertrauen zu Gott, weil ich mir bewusst vor Augen halte, was Gott für mich getan hat. Wenn ich bete und etwas geschieht, dann habe ich die Möglichkeit, sofort wieder in meinen Alltag einzutauchen und zu vergessen, dass Gott reagiert hat oder aber ich danke ihm und mache mir sein Handeln noch einmal bewusst.

Gottes Handeln bewußt machen

Wenn ich mir Gottes Handeln bewusst mache, dann wächst in meinem Bewusstsein die Erkenntnis, dass Gott wirklich vertrauenswürdig ist. Der Apostel Paulus nennt in einem seiner Briefe deswegen beides in einem Satz: “Sorgt euch um nichts, sondern betet um alles. Sagt Gott, was ihr braucht, und dankt ihm.”
 

Wichtiger Schlüssel

Wenn ich möchte, dass mein Vertrauen zu Gott wächst, dann ist der Dank ein wichtiger Schlüssel neben denen, die ich in den letzten Tagen beschrieben habe: Gott beim Wort nehmen, zur Ruhe kommen, nicht nur den Verstand regieren zu lassen und den Mund aufzutun (und sicherlich noch Einiges mehr).

Wer ist vertrauenswürdig?

So sehr Gott uns auch beschenkt, so sehr ich für meine Rettung ebensowenig tun kann  wie dafür, dass Gott mich liebt (außer es mit meinem Herzen anzunehmen), so sehr kann ich aber mein Vertrauen zu ihm fördern – denn Gott ist es wert. Wenn es einen gibt, der vertrauenswürdig ist, dann ist das Gott.

Alter Kirchenschlager

Also lass uns heute in den Tag gehen mit dem alten Kirchenschlager auf den Lippen:
 
Vergiß nicht zu danken dem ewigen Herrn 
er hat dir viel Gutes getan. 
Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern,
 Du darfst ihm, so wie du bist, nahn.
 
Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, 
vielmehr, als ein Vater es kann. 
Er warf unsere Sünden ins äußerste Meer.
Kommt, betet den Ewigen an.  
 
Du kannst ihm vertrauen in dunkelster Nacht, 
wenn alles verloren erscheint. 
Er liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht, 
ist näher als je du gemeint.  
 
Barmherzig, geduldig und gnädig ist er… 
 
 Durchs Danken kommt Neues ins Leben hinein, 
ein Wünschen, das nie du gekannt, 
dass jeder, wie du, Gottes Kind möchte sein, 
vom Vater zum Erben ernannt.  
 
Barmherzig, geduldig und gnädig ist er… 
 
Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de