Halloween

Als 1991 mit dem Beginn des Golfkrieges die Karnevalssaison ausfiel, importierte man aus USA Halloween (All Hallos ´Eve). Dieses Fest wurde durch irische Einwanderer importiert und wurde ein fester Bestandteil der amerikanischen Kultur. Die eigentliche Herkunft ist umstritten.

Ob es auf die Kelten zurückgeht, die zum Winterbeginn die Viehherden in die Ställe trieben und mit großen Feuern (ähnlich den Osterfeuern) und lautem Getöse (wie unsere Silvesterbräuche) die bösen Geister vertreiben wollten, ist zumindest wahrscheinlich. Ebenfalls war damit ein Kult um die Verstorbenen verbunden. An diesem Tag Geborene galten als Wahrsagebegabte, wie überhaupt Wahrsagerei mit diesem Tag verbunden wurde.

Aberglaube und christliche Kultur

Wie viele heidnische Feste, die durch die Christianisierung eine neue Prägung erhielten, verband man diesen Tag mit Allerseelen, an dem im katholischen Glauben der Verstorbenen gedacht wird. Wie wir es mit Weihnachten und Ostern erleben, trat hier eine Vermischung von heidnischem und christlichem zusammen.

Dass in der Christlichen Kultur der Aberglaube, bis heute, einen festen Platz hat, ist trauriger Tatbestand. Doch lässt sich dieser Brauch heute, in einer säkularen, gottfernen Gesellschaft kaum noch religiös interpretieren. Interessanterweise ist dieser Tag einer der höchsten Feiertage im Satanismus, was mittlerweile auch optisch unverkennbar ist. Damit ist nicht einmal der ausgehöhlte Kürbis gemeint, der auf eine alte irische Legende zurückgeht, in der ein Verbrecher namens Jack Oldfield den Teufel austrickst.

Feste feiern

In einer Zeit, wo man die Feste feiert wie sie fallen, hinterfragt man deren Inhalte nicht mehr und werden inhaltlich neu gefüllt und interpretiert (Weihnachtsmann, Osterhase). Unverkennbar ist meiner Meinung nach die dunkle, satanisch orientierte Prägung. Totenköpfe auf (Kinder-) Kleidung und (Kinder-) Bettwäsche weisen klar auf nekromantische Kulte hin, in der der Tod verehrt wird. Hexen- und Vampirkostüme kann man lustig finden. Aber nur, wenn man unreflektiert jeden Scheiß mitmacht, der betrieben wird.

Verantwortung tragen

Menschen tragen nicht nur für sich, sondern auch für ihre Kinder Verantwortung. Wer will, dass sie jetzt schon mit Symbolen und Botschaften getränkt werden, die man nur teuflisch nennen kann, muss damit leben, wenn aus ihnen Leute werden, die man heute empathielos, unsozial bis hin zu menschenverachtend nennt. Aber was soll’s, ist doch alles lustig und unterhaltsam. Und alles, was oberflächlich Spaß macht muss doch gut sein.

Reformationstag

Für mich ist und bleibt der 31. Oktober Reformationstag. Der Tag, an dem gefeiert wird, dass der Mensch mündig und selbständig mit und Gott frei leben darf. Das macht für mich mehr Sinn als Kindern im Skelettkostüm Süßigkeiten zu verteilen. Die dürfen sie gern das ganze Jahr über von mir haben.

Thomas Nachtigall, Berlin Lankwitz,  für GottinBerlin.de