Kennenlernen

Als wir gestern Abend eine Fahrt mit einem “Piratenschiff” in den Sonnenuntergang unternahmen, haben wir dort eine nette Patchwork-Familie kennengelernt. Die Kinder haben sich auf Anhieb verstanden und so kamen auch wir Erwachsenen ins Gespräch. Natürlich sprachen wir über den Urlaub und den Ort, an dem wir waren – über Ausflugsziele, später über Kinder und Erziehung – und mussten viel lachen.

Outen

Als ich mich dann als Pastor und Religionslehrer “outete”, nachdem ich gefragt wurde, was ich beruflich so mache, trafen mich, wie so oft, weit aufgerissene Augen und Münder. Und dass ich erst vor kurzem aus dem Dienst in der Gemeinde an die Schule gewechselt hatte – mit dem Effekt noch einmal selbst die Schulbank drücken zu müssen “und das in meinem Alter” – sorgte auch für Verwunderung. Anscheinend passe ich nicht in das Bild, das viele von Theologen haben.  
 

Sprung ins kalte Wasser

Der Mann – Christian – erzählte daraufhin, dass auch er seinen Beruf gewechselt hatte und in ein neues Abenteuer eingetaucht sei – nicht nur, weil er nun mit einer Frau mit zwei Kindern liiert sei, sondern, weil auch er seinen eigentlichen Beruf als Bäcker an den Nagel gehängt und die Dorfkneipe, die sonst geschlossen worden wäre, kurzerhand übernommen hatte quasi mit einem Sprung ins kalte Wasser. Das hat mir sehr imponiert.

Neues ausprobieren

Wir kamen beide überein, dass man nie zu alt ist, neues auszuprobieren und auch, dass wir es beide nicht bereuen. Wenn ich will, dass ich etwas in meinem Leben ändert, dann muss ich mich bewegen. Es gibt in der Bibel 264 mal die Aufforderung: “Geh!” Aber nicht einmal den Satz: “Bleib stehen!”

Aufstehen und gehen

Ich kenne viele in meinem Umfeld, die mit so manchem unzufrieden sind, aber wenige, die bereit sind, aufstehen und zu gehen, damit sich etwas ändert. Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Geschichte der Heilung eines Blinden in Lukas 18. Dort heißt es: “Als der Blinde nahe herangekommen war, fragte Jesus ihn:  »Was soll ich für dich tun?« »Herr«, flehte ihn der Blinde an, »ich möchte sehen können!«”

Veränderung

Jesus zählt nicht eins und eins zusammen und denkt sich: Na klar, der größte Wunsch eines Blinden ist es, sehen zu können, also werde ich ihn heilen. Er fragt den Mann erst, was der sich wünscht, dass sich ändert. Und erst dann heilt er ihn.
 
Ich stelle mir so manches Mal die Frage: Fühle ich mich wohl in meinem “Tal der Tränen und des Jammerns” oder wünsche ich mir wirklich Veränderung? Wenn ich mich nach Veränderung in meinem Leben sehne, dann kann es sein, dass Jesus auch zu mir sagt: “Steh auf und geh!”

Neuer Lebensabschnitt

Es gibt unzählige Geschichten in der Bibel, in denen berichtet wird, wie Gott sagt: “Lass Dinge hinter dir, steh auf und geh.” Das war bei Abraham so, bei Mose, bei Noah, bei vielen Propheten, aber auch bei den Freunden von Jesus und selbst bei Paulus. Immer geschieht ähnliches, wenn Jesus auf Menschen trifft.  “Jesus forderte ihn auf: »Komm, folge mir nach!«” (Markus 2, 14) Menschen ließen Vertrautes, Vergangenes zurück und gingen in eine neue Zukunft, in einen neuen Abschnitt ihres Lebens.  

Aufstehen und losgehen

Aufstehen und losgehen erfordert sicherlich Mut. Ja, es kann sein, dass ich auch mal scheitere. Aber: Wenn ich nie auf die Nase falle, heißt das, dass ich mich nicht bewege. Wenn ich stehen bleibe, wird sich nichts verändern.

Steh auf und geh

Gibt es Bereiche in deinem Leben, in denen du dich nach Veränderung sehnst? Dann fragt auch dich Jesus, was er den Blinden gefragt hat: »Was soll ich für dich tun?«”Und dann kann es sein, dass er dir antwortet, was er schon vielen geantwortet hat: “Dann steh auf und geh!”

Kneipe von Christian

Wenn ich das nächste Mal in der Nähe von Oldenburg bin, werde ich sicherlich in der Kneipe von Christian etwas trinken gehen. Das muss ich mir doch mal anschauen, wie ein Bäcker eine Kneipe führt.

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de

Nachdem ich gestern die Rückmeldung bekommen habe (danke Michelle), ich solle doch mal mehr Musik auswählen, die etwas flotter ist, hier ein flotteres Lied, das ich echt liebe: “Alle Dinge sind möglich, dem der glaubt” (Markus 9, 23)