Himmel meint hier keine Ortsangabe, auch nicht Bodennebel. Himmel meint hier eine Zustandsbeschreibung. „Alles muss besser werden, wir holen uns den Himmel auf Erden“. So singt Xavier Naidoo in einem Lied. In einer Hinsicht hat er recht. In der anderen nicht.

Zustand

Dass so ziemlich alles besser werden muss… nun, das dürfte außer Frage stehen. Es gibt definitiv mehr Unglück als Glück auf der Welt. Und Glück meint hier keinen Lottogewinn,  sondern die Freude am und das Genießen des Lebens. Vielen wird das nicht ermöglicht. Wie auch, wenn wenige fast alles an sich reißen und für die Vielen nur noch wenig übrig bleibt. Hier beginnt die Frage nach dem Himmel. Denn der beginnt innen.

Illusion

„Wir holen uns den Himmel auf Erden“. Hier irrt Xavier, den ich übrigens sehr mag, zweifach. Erstens, WIR holen uns bestimmt nicht den Himmel, der ist für uns unverfügbar. Schon gar nicht politisch; so sehr ich für Revolution bin. Aber der Mensch wird immer an der Machtfrage scheitern. Spätestens dann, wenn er die Macht hat und Gott spielen will. Nein, wir holen uns Tod und Verderben. Der Mensch, der dabei ist, das Paradies Erde endgültig zu zerstören hat nicht die Macht, sich den Himmel zu holen.

Hoffnung

Den Himmel holen kann sich keiner (Gottseidank). Doch der Himmel kann dir geschenkt werden. Nichts kannst du in dieser Hinsicht an dich reißen. Der Gierige wird bei Gott immer ins Leere greifen. Aber du darfst Seinen, Gottes Worten vertrauen. „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr das Reich Gottes nicht sehen“. Wenn aber, dann dürft ihr Reich Gottes erleben. Vielleicht ersteinmal nur „bescheiden“ in eurem Herzen. Aber Herzen, die sich lieben lassen und somit lieben lernen, bleiben nicht allein. Jesus sagt, dass das Reich Gottes kein Ort ist, sondern fürsorgliche Liebe, die tathaft stattfindet. Und so kann es, zumindest ein wenig, Himmel auf Erden geben. Dort, wo wir den Vater an uns zulassen, der uns jedes Seiner Geschöpfe sehen lässt, wie Er es sieht: gewollt und geliebt. Wer so sieht, will keine Hölle mehr anrichten, denn er hat den Himmel im Herzen.

Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz für GottinBerlin.de