schwarzer Himmel mit Regenwolken

Alltag als Schafhirte

Stell dir vor, du bist bist nicht, wer du bist, sondern ein Schafhirte. Deinen Alltag verbringst du allein mit Schafen oder maximal mit anderen Schäfern. Du bist es gewohnt, allein zu sein und sicherlich genießt du die Ruhe auch – ansonsten wärst du eher Postbote oder Lehrer geworden. 

An einem Abend sitzt du zusammen mit ein paar Kollegen nach getaner Arbeit an einem Lagerfeuer auf dem Feld. Du bist müde. Der Tag war anstrengend. Du musstest weit laufen, immer wieder Schafe zurückholen, die dabei waren, verloren zu gehen und immer wachsam sein, um deine Herde vor Gefahren zu schützen. Die heiße Sonne hat dir dabei den ganzen Tag auf den Kopf geschienen. 

Jetzt genießt du die Ruhe – Feierabend hast du ja nie so richtig, denn auch in der Nacht lauern Gefahren. Abgeschlagen hast du dich gerade zu deinen Kollegen neben das Feuer auf deine Decke gelegt und schaust schweigend in die Flammen, als plötzlich ein Lichtstrahl zu sehen ist, der noch viel heller und größer ist, als du es aus Filmen vom Landen von UFOs kennst. 

Erst denkst du, du träumst, aber dann sieht du, dass der helle Schein kein UFO ist, sondern die „Herrlichkeit des Herrn“ (Lukas 2, 9 HfA). Selbst, wenn es nur ein Schein wäre, wie in einem UFO-Film, würde ich persönlich tun, was die Menschen eben auch in solchen Filmen tun: die Füße in die Hände nehmen und um mein Leben rennen.

Wobei es bei Gott noch irrsinniger ist, als in UFO-Movies. Wohin sollte man da eigentlich rennen?

Fürchte dich nicht

Die Hirten müssen eine unbeschreibliche Angst gehabt haben. Und zumindest mich hätte es nicht gerade beruhigt, wenn dann auch noch die Stimme eines Boten von Gott aus diesem Lichtschein heraus zu mir sprechen würde: „Fürchte dich nicht!“ 

Natürlich habe ich davon schon in der Bibel gelesen. Immerhin kommt die Aufforderung, sich nicht zu fürchten in der Bibel 104 Mal vor (63 Mal im Singular und 41 Mal im Plural). Aber ich glaube nicht, dass der Puls sich beruhigen, Angstschweiß verschwinden und der Drang wegzulaufen weniger würden, nur, weil ein Engel zu mir spricht, eher im Gegenteil… 

Ich glaube auch nicht, dass es Gott darum geht, unsere Gefühle immer und in jeder Situation zu beruhigen. Gott spricht uns aber zu, dass er größer ist als all unsere Angst! Angst ist etwas völlig Natürliches, das jeder kennt. Angst schützt uns als Überlebens-Reflex vor Gefahren, Angst kann aber auch blockieren.

Der Bote Gottes – denn das bedeutet das Wort „Engel“- , der den Hirten auf dem Feld erscheint und spricht: „Fürchtet euch nicht!“ (Lukas 2, 10 HfA), hat eine gute Botschaft. Die Botschaft lautet: „Der Retter der Welt ist da!“ Jesus ist der versprochene Messias, der Sohn Gottes. 

Wenn wir also verständlicherweise noch Gefühle von Angst in unserem Leben kennen, so gilt uns dennoch diese Botschaft: Jesus ist größer als alles, was uns Angst macht! Kurz vor seinem Tod spricht Jesus das noch einmal aus (und umrahmt quasi so sein Wirken hier auf Erden): „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16, 33 LUT). 

Es mag sein, dass mein Gefühl nicht gleich hinterherkommt, aber es ist dennoch gut, seine Angst bewusst bei Jesus einzutauschen. Auch heute spricht Gott dir und mir zu: „Hab keine Angst! Der Retter der Welt ist da!“ Du kannst heute am Kreuz bewusst deine Ängste abgeben – die Angst vor der Zukunft, vor Corona, vorm Scheitern, vor dem Tod oder was immer dich bewegt. Leg sie Jesus hin und tausche sie gegen seinen Frieden ein. Du wirst sehen: Der Frieden wird dich mehr und mehr erfüllen, je mehr die Angst dein Herz verlässt.

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de