Münzen in einem Glas

Über Geld spricht man nicht…

Das Zitat “Über Geld spricht man nicht, Geld hat man!” – des US-amerikanischen Ölindustriellen und Milliardärs Jean Getty ist schon fast zu einem geflügelten Wort in unserem Land geworden. Ich will dennoch über Geld sprechen. Geld kann wie vieles in unserem Leben sowohl Segen als auch Fluch sein. Geld brauche ich zum Leben, sonst kann ich meine Miete nicht bezahlen und mir nichts zum Essen kaufen.

Geld kann aber auch sehr schnell zum Ersatzgott werden und mein Leben bestimmen. Ich kenne beide Seiten. Lange Zeit war ich so arm, dass ich den berühmten Pfennig zweimal umdrehen musste, um bis zum Ende des Monats über die Runden zu kommen. Viele Winter war es bei mir zu Hause bitterkalt, weil ich mir die Kohlen für meinen Ofen nicht leisten konnte. 

Heute stehe ich in Lohn und Brot, kann mir mein Dach über dem Kopf ebenso leisten, wie genügend Lebensmittel im Kühlschrank und auch ein gewisses Maß an Luxus. Heute brauche ich nur noch das Thermostat an der Heizung hochzudrehen, um die Wohnung zu heizen, ohne Angst haben zu müssen, dass mich das finanziell ruiniert. Um Geld dreht sich ein ziemlich großer Bereich unseres Lebens – und auch unseres Denkens. 

Verändert uns Geld?

“Die Kirche will ja eh nur unser Geld haben…”, war eines der Vorurteile, das schon in den 70er Jahren als Ergebnis einer Umfrage herauskam, die gemacht wurde, bevor die berühmte Willow Creek Church in der Nähe von Chicago gegründet wurde. Ist das so?

Man könnte es meinen. Die meisten Kirchen predigen, man solle einen gewissen Teil an Geld spenden, manche sogar, man solle darüber hinausgehen und zusätzlich ein Opfer bringen. Beides ist biblisch. Früher opferten sowohl Juden als auch später die ersten Christen 10 Prozent ihrer Einkünfte für Gott und viele gaben weitere Opfer. Und heute gibt es auch eine Reihe von Christen, die das immer noch tun. 

Aber geht es wirklich darum, dass die Kirche an unser Portmonee möchte? Es mag sein, dass es solche Gemeinden gibt. Aber dahinter steckt etwas anderes. Geld kann zum Segen werden, wenn es Frucht bringt. Es kann aber auch vieles kaputt machen. “Geldgier ist eine Wurzel alles Übels”, lesen wir im 1. Timotheus 6, 10 (LUT). 

Geld kann den Charakter verderben, den Fokus vom Wesentlichen weglenken und sogar den Glauben zerstören – eben, wenn mir das Geld das Wichtigste im Leben wird. Gott hat absolut nichts dagegen, dass ich Geld verdiene, auch nicht, dass ich viel Geld verdiene. Aber er hat etwas dagegen, dass das Geld mich negativ verändert. 

An die Gemeinde in Korinther schreibt Paulus an einer Stelle: “Gebt so viel, wie es euren Möglichkeiten entspricht!” (2. Korinther 8, 11).

Geld ist ein Geschenk Gottes

Wenn ich Geld habe, dann ist das ein Geschenk Gottes. Ja, ich habe meine Ausbildung gemacht, habe mich auf meinen Job beworben und gehe jeden Tag arbeiten. Es ist dennoch ein Geschenk Gottes. Und Gott bittet uns, dass wir von seinem Geschenk etwas zurückgeben, damit anderen, denen es schlechter geht, geholfen werden und damit sein Reich gebaut werden kann.

Eine Investition in Gott bringt sicherlich weniger Dividende als eine Investition auf dem Finanzmarkt. Aber sie ist nachhaltiger, denn ich investiere in die Ewigkeit. Wie jeder mit seinem Geld umgeht, was er vielleicht spendet und was nicht, das ist eine Gewissensfrage. 

Aber heute habe ich genau diese Bitte des Paulus an dich. Heute vor 365 Tagen habe ich angefangen, diesen Blog zu schreiben. Über 40.000 Zugriffe hatte ich allein auf der Seite des Blogs (darüber hinaus lesen viele Menschen die Andachten über WhatsApp, Telegram, über die Verbreitung von GottinBerlin.de und über Weiterleitungen). Ich bin sehr dankbar darüber und absolut bewegt, dass Gott so viel Segen schenkt.

Deshalb habe ich heute eine Bitte an dich, wenn dich meine Gedanken gesegnet haben. Auch ich bitte dich heute um Geld! Nicht für mich, sondern für Gott! Frage doch bitte dein Herz, was dir die Andachten wert sind. 365 Andachten bedeutet etwa 600 Stunden, die ich investiert habe. Eine Frage könnte sein: Was würdest du zum Beispiel für ein Andachtsbuch für ein Jahr ausgeben? 

Und dann bitte ich dich, irgendjemanden damit zu unterstützen, der das Geld braucht. Das kann eine Gemeinde sein, die gute Arbeit leistet, ein Hilfsprojekt, wie “Die Arche”, das kann eine Umweltorganisation sein, die sich für unsere Schöpfung, die alte Dame zwei Türen weiter, die sich über ein Stück Kuchen freuen würde – oder das Restaurant, dessen Existenz wegen der Pandemie bedroht ist. 

Schenke etwas von dem Segen zurück, den du empfangen hast. Das wäre eine große Motivation für mich und eine große Investition in das Reich Gottes. Meine Bitte lautet nicht, mich zu bezahlen, aber trotzdem etwas zurückzugeben, ganz so, wie Paulus es formuliert hat: “Bitte gib so viel, wie es deinen Möglichkeiten entspricht!”

Ein Jahr Pandemie, ein Jahr Andachten – ich bin gespannt was Gott noch so alles vorhat. 

Sei gesegnet – und DANKE!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de