Schild mit Aufschrift am Baum

Eingebettet in Liebe

Ich sage meinen Kindern sehr oft, dass ich sie liebe, weil ich es wichtig finde, dass sie eingebettet in Liebe aufwachsen. Ich sage es ihnen auch und besonders, wenn etwas gerade nicht rundläuft, sie Mist gebaut haben und ich schimpfen musste. Sie sollen wissen, dass meine Liebe unabhängig davon gilt, ob sie gerade alles richtig gemacht haben oder völligen Bockmist. Selbst, wenn ich mal eine Strafe aussprechen muss, sollen meine Kinder wissen, dass das nie etwas an meiner Liebe zu ihnen ändern wird. So, wie Gottes Liebe zu uns ist, möchte ich diese an meine Kinder weitergeben.

Gottes Liebe zu uns ist bei weitem größer unverdient und unfassbarer – Gott liebt, weil er liebt. Trotzdem schreibt Paulus: “Ich bete, dass er euch aus seinem großen Reichtum die Kraft gibt, durch seinen Geist innerlich stark zu werden. Und ich bete, dass Christus durch den Glauben immer mehr in euren Herzen wohnt und ihr in der Liebe Gottes fest verwurzelt und gegründet seid. So könnt ihr mit allen Gläubigen ihr ganzes Ausmaß erfassen, die Breite, Länge, Höhe und Tiefe. Und ihr könnt auch die Liebe erkennen, die Christus zu uns hat; eine Liebe, die größer ist, als ihr je begreifen werdet. Dadurch wird euch der Reichtum Gottes immer mehr erfüllen.” (Epheser 3, 16 – 19 NLB).

Drei Dinge fallen mir beim Lesen dieser Zeilen auf, die unser Leben betreffen und positiv beeinflussen:

1. In der Liebe verwurzelt sein

Verwurzelt und gegründet kann ich nur in etwas sein, was da ist. Eine Pflanze kann keine Wurzeln ins Nichts treiben. Gottes Liebe ist da. Durch Jesus Christus hat Gott gezeigt, wie sehr er uns Menschen, dich und mich liebt. Wenn wir Christen werden, dann sind wir, wie ein kleiner Spross, der gerade sein Köpfchen aus der Erde herausstreckt. Es ist wichtig, dann Wurzeln zu bilden in guter Erde, ansonsten geht dieser Spross ganz schnell wieder ein. 

2. Mit anderen das Ausmaß von Gottes Liebe erfahren

Es gibt Menschen, die sagen, sie bräuchten keine anderen, um Christ sein zu können. Ich denke, wir brauchen uns gegenseitig. Niemand würde ein einzelnes Puzzle-Teil nehmen, es anschauen und sagen, dass es ein wunderschönes Puzzle-Teil ist. Wenn wir verschiedene Puzzle-Teile zusammensetzen, dann ergibt das ein schönes Bild. 

Wir alle verstehen nur ein kleines Stück von Gottes Liebe. Wenn wir diese Teilchen zusammensetzen, dann wird auch daraus erst ein erkennbares Bild. Du bist so ein kleines Puzzle-Teilchen. Du erlebst Gott und seine Liebe in deinem Leben auf eine bestimmte Art und Weise, weil du eben du bist. Aber gemeinsam mit anderen wird ein Bild daraus, das uns ein Stück erkennen lässt, wie die Liebe Gottes ist. 

Auch wenn das in Corona-Zeiten alles andere als einfach ist, glaube ich, wir brauchen die Gemeinschaft, eine Gemeinde, den Hauskreis oder den Gottesdienst, eben weil wir alleine die Liebe Gottes nicht ergreifen können. Nur gemeinsam sind wir imstande, Gottes Liebe zu erfassen.

3. Die Liebe Gottes messen

Spannend finde ich, dass Paulus beschreibt, wie wir die Liebe Gottes erfassen können, nämlich, indem wir sie messen. Eigentlich würde niemand auf die Idee kommen, Liebe messen zu wollen: “Schatz, wie sehr liebst du mich? Miss mal bitte nach!” In welcher Einheit misst man Liebe denn?

Paulus nutzt vier Dimensionen, mit der wir die Liebe Gottes messen können, “die Breite, Länge, Höhe und Tiefe” (Epheser 3, 18 NLB). Mir erschien spontan das Bild des Kreuzes vor Augen: der Stamm, der symbolisch Himmel und Erde verbindet (Höhe und Tiefe), der Querbalken, der zeigt, dass Gottes Liebe die Erde umspannt (Breite und Tiefe).

Ich denke, dass alle drei Aspekte wichtig sind. Wenn ich mit meinem Leben tief verwurzelt und gegründet in der Liebe Gottes bin, kann mich kein Sturm so leicht umhauen. Wenn ich Gemeinschaft mit anderen Christen habe, dann kann ich Stück für Stück diese Liebe, die Gott in Jesus gezeigt hat, verstehen. Und wenn ich mir Jesu Opfer am Kreuz anschaue, dann kann ich Gottes Liebe ein Stück messen, die unfassbar weit, unfassbar lang, unfassbar tief und unfassbar hoch ist.

Wenn wir das ein Stück ergreifen, merken wir, dass auch wir eingebettet in Liebe sind, ganz gleich, ob wir einen Partner haben oder alleine sind, ganz gleich, ob wir “gute Kinder” oder “unartige Kinder” Gottes waren. Gottes Liebe gilt und will uns umhüllen, einbetten und umgeben.

Nimm die Liebe an, wie ein Kind die Liebe seiner Eltern annimmt. Lass dich fallen in Gottes Arme, wie Kinder das bei ihren Eltern tun. Seine Liebe für dich ist unendlich groß!

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de

Es wird berichtet, dass vor etwa 100 Jahren ein Mann namens F.M. Lehmann in einem Buch ein Lesezeichen mit der Zusage der Liebe Gottes fand. Er war so bewegt, dass er ein Gedicht darüber schreiben wollte. Dazu nutze er Worte, die irgendjemand an die Wand einer Gefängniszelle gekritzelt hatte. Die Band “Mery Me” war wiederum 100 Jahre später von diesem Gedicht so bewegt, dass sie die Zeilen in einem wunderschönen Lied vertont haben: