Langsam angehen

Manch einem, mit dem ich mich im Moment unterhalte, fällt die Decke schon ganz schön auf den Kopf. Wir sind es nicht mehr gewohnt, alles langsam anzugehen, Zeit zu haben, inne zu halten. Ich persönlich merke das oft, wenn ich mit meiner Familie in den Urlaub fahre. Ich brauche erst einmal eine ganze Weile, um “runter” zu kommen. Dabei sind Zeiten der Ruhe wichtig – für unseren Körper, aber auch für unsere Seele. 

Sortieren, Aufräumen

Ich persönlich bin im Moment – wie wahrscheinlich viele andere auch – sehr geschäftig. Viele Menschen nutzen diese Zeit für ihre eigenen vier Wände. Die Stadtreinigung hat schon darum gebeten, dass doch nicht alle auf einmal die Wohnungen auf Vordermann bringen sollen. Sie kommen mit den aussortierten Massen, die im Müll landen, kaum noch hinterher. Wir nutzen die Zeit, um zu sortieren, auf zu räumen, zu renovieren. Nicht nur unser Leben, auch unsere Wohnung wird nach der Corona-Krise eine andere sein. 

Neuanstrich

Ich habe in den letzten Tagen bereits alle Türen in der Wohnung neu gestrichen, Rahmen und Fenster in dem einen oder anderen Raum sind schon ab geklebt, um die Wände demnächst in neuem Glanz und neuen Farben erstrahlen zu lassen. 

Endlich habe ich mal Zeit, Dinge zu tun, die ich schon lange tun wollte, und zu denen ich in der Vergangenheit nicht gekommen bin (seit mindestens zehn Jahren wollte ich mal die Türen bei und streichen, denn die “Natur-Farbe” war nun wirklich alles andere als schön).

So hat die Kontakt-Sperre auch etwas Gutes.

Renovieren, reparieren

Renovieren, aufräumen, reparieren – warum beschränkt sich das eigentlich so oft auf so unwichtige Äußerlichkeiten, wie Türen? Im Moment habe ich viel Zeit – obwohl die Kinder den ganzen Tag “bespaßt” werden müssen (und nur am Rande. Ich bin so stolz: Meine Kinder sind im Moment mega toll!). Warum kümmere ich mich eigentlich in dieser Zeit nicht auch mal um meine eigenen Baustellen? Es gibt genügend Ecken in meinem Herzen, in meiner Seele, die repariert und renoviert werden müssten. Zeit dafür wäre doch genug da…

Auszeiten

Jesus hat sich immer wieder Auszeiten genommen, in denen er sich von allem zurück gezogen hat. Er ist an einen einsamen Ort gegangen oder auf einen hohen Berg – um mit Gott, seinem Vater, alleine zu sein, Gemeinschaft zu haben. 

Wenn wir jetzt so viel Zeit haben, wäre das nicht eine gute Sache, das Selbe zu tun? Ich weiß, Gott liebt mich und auch dich.  Und ER möchte uns anrühren, heilen (reparieren und renovieren). Gott möchte sich um unsere Verletzungen kümmern, um unsere inneren Wunden. Gott möchte uns ein neues, weiches, ein liebendes Herz schenken und den alten Steinklumpen, der da in uns buckert austauschen. Gott möchte helfen, das wir Dinge, die mich schon lange belasten hinter uns lassen kann. Er möchte uns frei setzen. 

Wirklich frei

Meine Vergangenheit, meine Verletzungen, meine Erfahrungen und Prägungen haben mich zu dem gemacht, wer und was ich heute bin. Aber sie müssen nicht mehr meine Zukunft bestimmen. 

Jesus sagt: “Wenn euch der Sohn frei macht, dann seid ihr wirklich frei!”

 

Klar Schiff machen

Das wird vielleicht länger dauern als das Renovieren und Ausmüllen der Wohnung und wird vielleicht auch schmerzhafter sein. Aber noch mehr, als es sich lohnt, im Moment zu Hause klar Schiff zu machen, lohnt es sich, in seinem Inneren klar Schiff zu machen. 

Ich habe mir vorgenommen, nach dieser Corona-Zeit nicht nur eine schön neu aufgeräumte und renovierte Wohnung zu haben, sondern auch ein Stück ein anderer Mensch zu sein, freier, Jesus ähnlicher. Zeit dafür habe ich ja genug.

 
Ich wünsche dir einen befreienden, wundervollen Tag mit einer gesunden Balance zwischen Nichts-Tun und Aktionismus. 
 
Sei gesegnet!
Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de