Ein Mensch sieht in den Sternenhimmel

Langes Leben

Wenn man sich die Sache ganz genau anschaut, dann müsste das Leben an sich eigentlich von Frust und Hoffnungslosigkeit geprägt sein. Du wirst in ein Land, an einen Ort, in eine Familie geboren, ohne irgendeinen Einfluss darauf zu haben. Du wächst auf und lernst, wirst erwachsen, arbeitest, gehst in Rente und stirbst – zumindest, wenn du das Glück hast, lange zu leben. Kommt etwas danach wie Ewigkeit?

Um es noch krasser zu sagen, du wirst geboren, um zu sterben. Das wäre nicht gerade eine ermutigende Perspektive, wenn das Leben hier auf Erden alles wäre. Manch einer hat mir als Christ schon vorgeworfen, ich würde eine Krücke hier auf Erden brauchen, die da heißt “Leben nach dem Tod”, um in diesem Leben nicht zu verzweifeln.

Ewigkeit eine Krücke?

Ich bin aber fest davon überzeugt, dass das, was die Bibel “Ewigkeit” nennt, keine Krücke ist, sondern Realität. Warum? Weil ich glaube, dass wir Menschen so etwas, wie die “Ewigkeit” in uns angelegt haben. Der weise Salomo schreibt: “Er (Gott) hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende” (Prediger 3, 11 LUT).

Das bedeutet: Weil der Mensch sich überhaupt Gedanken über die Ewigkeit macht, muss es die Ewigkeit auch geben. Ich kann mir keine Gedanken über etwas machen, was es nicht gibt. Das ist sicherlich kein Beweis – soll es auch gar nicht sein – sondern vielmehr eine Einladung, in das eigene Herz zu schauen und zu ergründen, ob die Ewigkeit nicht auch in deinem Herzen angelegt ist. Lange, bevor ich Christ wurde, hatte ich die Vision eines Lebens nach dem Tod. Heute glaube ich, dass das mit eben dieser “Anlage” in mir zu tun hat. 

Genauso, wie es in mir eine Anlage gibt, die sich nach Gott als Gegenüber sehnt (die ich auch erst wirklich wahrgenommen habe, als Gott in mein Leben gekommen ist und eben diese Sehnsucht gestillt hat), so habe ich auch dann erst entdeckt, dass es die Ewigkeit – bzw. die Frage danach – schon immer in meinem Herzen war.

Was bedeutet das nun?

Ein Leben, das bestimmt ist durch die Hoffnung auf eine Ewigkeit, ist ein Leben, das weniger von Angst bestimmt wird. Ein Leben mit der Vision eines Lebens nach dem Tod bei Gott ist freier, denn diese Vision nimmt mir eine Menge Druck im Leben. Hier muss ich nicht alles erreichen, alles mitnehmen, alles erleben. Ich muss nicht aus dem Wissen heraus, dass ich eines Tages (vielleicht morgen, vielleicht erst in 50 Jahren) sterben muss, wie ein aufgescheuchtes Reh voller Panik durch mein Leben rennen, aus Angst ich könnte etwas verpassen.

Mein Leben kann ich vertrauensvoll in Gottes Hände legen, denn er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit. Weiß ich doch eh nicht, wann mich der grimmige Tod einst treffen wird. Und genau dieses Vertrauen macht mein Leben ruhiger, besonnener, aber auch verantwortungsvoller. Ich weiß, dass dieses Leben nicht alles ist, sondern nur eine Art Zwischenstation. Das viel Größere, Bessere kommt noch.

Also doch nur eine Krücke?

Nein. Weil Jesus nicht nur am Kreuz gestorben ist, sondern auferstand, darf ich wissen, dass die Macht des Todes besiegt ist – und dass es eine Ewigkeit mit ihm gibt, eine Ewigkeit, in der es weder Leid noch Tod, weder Trauer noch Krankheiten gibt.

Ich weiß nicht, wie das aussehen kann oder wie sich Ewigkeit anfühlt. Das Werk kann ich nicht  “ergründen”, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Ich spüre aber tief in mir, dass das Leben hier nicht alles ist, dass Dinge, die ich hier vielleicht für wertlos erachte, in der Ewigkeit Wert haben, dass Angst weicht und ich mein Leben im Hier und Jetzt mehr genießen kann. 

Ich möchte diese Ewigkeit bei Gott erleben

Und ich spüre den Wunsch in mir, alles dafür zu tun, damit ich diese Ewigkeit bei Gott und mit Gott erleben kann. Wie sieht das bei dir aus? Hast du dir Gedanken über den Tod hinaus gemacht? Spürst du auch, dass die Ewigkeit in unser Herz gelegt wurde? Und welche Gefühle hast du, wenn es um den Tod geht – hast du Angst davor? Dann sprich mit Gott darüber und bitte ihn, dass er tut, was eine Andacht nicht tun kann: dir die Angst nehmen und dafür Ruhe und Frieden ins Herz legen.

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de