“Hast du auch brav DANKE gesagt?” – Wie oft habe ich diesen Satz in meiner Kindheit gehört? Ich gehöre noch zu einer Generation, in der es häufig vorkam, dass wir beim Fleischer eine Scheibe Wurst oder ein Wienerle von der Verkäuferin in die Hand gedrückt bekommen haben. Und dann kam sofort die Frage: “Hast du auch brav DANKE gesagt?” Oder, wenn die Oma zu Besuch kam und wieder ein kleines Schätzchen aus ihrer Handtasche zauberte: “Hast du auch brav danke gesagt?”

Und wie oft habe ich diesen Satz an meine Kinder weitergegeben: “Hast du auch brav DANKE gesagt?” Danke zu sagen ist ein Akt der Höflichkeit. Und ich finde, es gehört zur Erziehung dazu, das Kindern beizubringen.

Dankbar sein

Dankbar zu sein (das ist etwas anderes) ist aber noch viel mehr. Ein weises Wort sagt: “Die glücklichsten Menschen sind nicht die, die am meisten haben, sondern die, die am meisten danken können.” (Autor unbekannt) Es geht hier nicht um einen höflichen Satz oder eine Floskel, es geht um einen Lebensstil.

Zufriedenes Leben

Dankbarkeit führt zu einem zufriedenen Leben, weil sie mich ein ganzes Stück dafür sensibilisiert, wo ich in meinem Leben überall beschenkt bin. Ich kann auf all das schauen, was ich nicht habe – das macht unzufrieden und unglücklich, weil der Neid anfängt, meine Seele aufzufressen. Oder ich schaue auf die Dinge, die ich habe und bin dankbar.

Das bedeutet nicht, dass ich mich nicht nach Dingen sehnen darf, oder dass es falsch wäre, nach Dingen zu streben. Es bedeutet aber, nicht ständig einen Mangel in meinem Leben zu sehen. Denn, egal, wie reich ich bin, egal, was ich alles besitze, es wird immer etwas geben, das ich nicht habe.

Dankbarkeit als Lebensstil

Paulus sagt: “Dankt Gott, ganz gleich wie eure Lebensumstände auch sein mögen.” Achtung: Das kann man sehr leicht falsch verstehen. Paulus selbst kannte gute Zeiten und schlechte Zeiten. Er wurde gefeiert, er wurde aber auch misshandelt und ins Gefängnis geworfen. Dennoch mahnt er uns, Dankbarkeit als Lebensstil zu haben. Etwas Licht ins Dunkel bringt die Übersetzung nach Martin Luther. Dort heißt es: “Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.” Paulus meinte sicherlich nicht, dass wir dankbar sein sollen für schlechte Dinge, für Leid, für Probleme. Er sagt: Seid dankbar auch in Leid, in Krankheit, in Einsamkeit, …

Warum? Weil er Gott an seiner Seite wusste und erlebte, egal, ob er in einer Gemeinde als Held gefeiert wurde oder gerade im Knast saß. Paulus hat erlebt, wie Gott seinem Leben Sinn gab, wie Gott sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Paulus hat erlebt, dass Gott ihm Freude gab, Kraft gab, wenn er schwach war. Er hat immer wieder erlebt, wie Gott ihm Türen öffnete, neue Wege aufzeigte und vieles mehr.

Deswegen konnte Paulus sagen, dass Dankbarkeit ein Lebensstil ist, den man anstreben soll, ganz gleich, wie die Umstände gerade sind, denn Dankbarkeit macht zufrieden und glücklich. Der großartige Theologe, Pastor und Wohltäter Friedrich von Bodelschwingh hat einmal gesagt: “Die größte Kraft des Lebens ist der Dank.” Wie recht er damit hat!

Ich wünsche dir ein dankbares Herz, Zufriedenheit und das Erleben, was für eine Power Dankbarkeit hat. Und, wie mächtig Gott auch in deinem Leben wirken kann und will.

Sei gesegnet!

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Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de