Durch die Hände fließt Sand

In den Tag hineinleben

Viele Menschen lassen ihr Leben einfach dahinplätschern. „Komm ich heute nicht, komme ich morgen …“ ist ein Symbol für solch ein Leben. Die Corona-Krise hat zwar doch den einen oder anderen wachgerüttelt, aber insgesamt leben viele immer noch einfach so in den Tag hinein.

Das kann ein Leben unbeschwerter machen – aber auch unzufriedener. Ich merke das immer wieder, wenn ich mich mit anderen Menschen unterhalte. Dann kommen Argumente, wie: „Einmal Hartz 4, immer Hartz 4. Da kann man nichts daran ändern!“

Oder: „Was soll denn in meinem Leben schon noch passieren?“ Oder: „Ich hatte nie eine Chance, ich werde auch nie eine Chance bekommen.“

Carpe diem

Der alte römische Dichter Horaz hat schon 32 v. Chr. den berühmten Satz „carpe diem“ geschrieben, wobei der eigentlich zu oberflächlich mit „Nutze den Tag“ übersetzt wird. Eigentlich bedeutet er mehr „pflücke den Tag“. 

Das ist eine aktive Handlung! Den Tag zu nutzen bedeutet also nicht, herumzusitzen und das Leben Leben sein zu lassen, es bedeutet, die Früchte, die Möglichkeiten, Gelegenheiten und Segnung, die ich sehe, zu pflücken, aktiv etwas in meinem Leben zu tun. Auch Paulus nutzt diesen Satz. 

In seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus schreibt er: „Achtet also sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht wie Toren, sondern wie Kluge! Nutzt die Zeit …“ (Epheser 5, 15 EU). Es ist wichtig, auf sein Leben zu achten, denn wir haben nur dieses eine. 

Wenn ich mein Leben töricht lebe, dann wird es dahinfließen, und ich werde viele Gelegenheiten, viele Chancen und viel Segen, den Gott mir schenken möchte, verpassen. Das betrifft die Menschen, die aus ihren Tagen wenig machen, aber auch die, die ständig auf dem Sprung sind. 

Guter Manager

Ein anderer Satz, den ich oft höre, lautet: „Die Familie ist mir das Wichtigste auf der Welt. Leider habe ich wenig Zeit für sie!“ Entdeckst du den Fehler? Wenn mir etwas wichtig ist, dann sollte das eine Priorität in meinem Leben sein. Wenn jemand keine Zeit für etwas hat, bedeutet das im Umkehrschluss, dass es ihm nicht wichtig ist. 

Zeitmanagement heißt Prioritäten-Management. Für das, was wirklich wichtig ist im Leben, habe ich immer Zeit! Ich könnte also sagen: „Zeige mir deinen Terminkalender und ich sage dir, wo deine Prioritäten liegen.“

Paulus fordert uns auf, nicht töricht zu sein, sondern sorgfältig darauf zu achten, wie wir leben. Im griechischen Urtext, steht, wir sollen als Weise wandeln und nicht als Unweise. Dazu gehört es, dass ich ein guter Manager bin, was meine Prioritäten angeht, denn meine Zeit bringt mir niemand zurück. 

Prioritäten setzen

Und es ist eben fatal, wenn ich auf mein Leben zurückschaue und sehe, was für großartige Chancen und Möglichkeiten ich gehabt hätte und nicht genutzt habe, wie viel Segen Gott in mein Leben gelegt hat, und ich bin einfach daran vorbeigelaufen. 

Es ist aber ebenso fatal, wenn ich auf mein Leben zurückschaue und gesehen habe, dass ich zwar immer aktiv war, aber ebenso an Chancen und Möglichkeiten vorbeigelaufen bin, weil ich meine Prioritäten falsch gesetzt habe. Und dass ich aus Zeitmangel nicht zugegriffen habe, Gottes Segnungen also nicht gepflückt habe. 

Carpe diem, nutze den Tag. Sei nicht töricht, sondern weise und achte darauf, wie du deine Zeit einsetzt, denn deine Zeit ist dein Leben. Lasse dich nicht treiben von Umständen, sondern lebe dein Leben bewusst, nicht wie ein Tor, sondern wie ein Weiser – mit gut gesetzten Prioritäten! Carpe diem, nutze den Tag – für das, was wirklich wichtig ist!

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de