Abendhimmel mit roten Wolken und Dornbusch

Mose

Er kannte die Traditionen seiner Vorfahren nicht, weil er nicht in ihnen aufgezogen wurde. Er kannte auch ihren Gott nicht, denn man hatte ihm beigebracht, dass es andere Götter gab. Aber er hatte herausgefunden, wer er war. Er hatte Antworten.

Aufgewachsen war er zusammen mit seinem Bruder als Sohn des Königs, zumindest dachte er immer, dass der an seiner Seite sein Bruder war. Aber dann, wurden ihm die Augen geöffnet. Er gehörte nicht zum Volk derer, die die Unterdrücker des Landes waren, er war einer der anderen, derer, die geknechtet wurden, auch, wenn er im Palast lebte. 

Er war auch kein Prinz, obwohl er – so lange er denken konnte – als Prinz gelebt hatte. Er war ein Kind der Unterdrückten. Und plötzlich fühlte er tiefes Mitleid mit den Menschen seines Volkes. Es zerriss ihm das Herz, wie man sie behandelte. 

Als er mitbekam, wie ein Mann seines Volkes geschlagen wurde, platzte es aus ihm heraus. Er erschlug den Peiniger und floh aus dem Land. Sein Name war Mose. 

Etwas Unerwartetes

Nun war er Schafhirte in einem fremden Land geworden, als plötzlich etwas Unerwartetes geschah:  

“Mose hütete die Herde seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er die Tiere durch die Wüste und kam zum Horeb, dem Berg Gottes. Da erschien ihm der Engel des Herrn in einer Feuerflamme, die aus einem Dornbusch schlug. Mose sah, dass der Busch zwar in Flammen stand, aber nicht verbrannte. 

»Das ist ja seltsam«, sagte er zu sich selbst. »Warum verbrennt dieser Busch nicht? Das muss ich mir näher ansehen.« Als der Herr sah, dass Mose herankam, um es genauer zu betrachten, rief er ihn aus dem Busch heraus: »Mose! Mose!« »Hier bin ich!«, antwortete Mose.  

»Komm nicht näher!«, befahl Gott ihm. »Zieh deine Sandalen aus, denn du stehst auf heiligem Boden.  Ich bin der Gott deiner Vorfahren – der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.«”

Einen Weg suchen

Gott hatte Mose nicht vergessen. Er hat einen Weg gesucht, Mose zu begegnen, sodass dieser verstand, wer er war – ein Busch, der brannte, aber nicht verbrannte. Das weckte Moses Neugier. Ein Zettel auf der Straße, eine Einladung in die Kirche, ein Lied, in dem Gott vorkam, das alles hätte Mose vielleicht gar nicht registriert. 

Aber dieser brennende Busch war etwas anderes. Gott legte sich “mächtig ins Zeug”, denn er hatte ihn erwählt für einen großen Auftrag. Die Sache musste einfach klappen, sonst wäre aus dem Plan, den Gott im Geheimen schon geschmiedet hatte, nichts geworden. Und es kam so, wie Gott es sich erhofft hatte. Mose hielt an, Mose schaute und Mose antwortete Gott. 

Wirst du antworten?

Wusstest du, dass Gott auch um dein Herz wirbt? Vielleicht nicht mit einem brennenden Dornbusch. Aber auch in deinem Leben versucht er immer und immer wieder, deine Aufmerksamkeit zu bekommen. Du bist ihm wichtig. Immer wieder sucht er Gelegenheiten, bei denen er dir nahe sein kann. 

Er will sich dir vorstellen, zeigen, wer er ist und wie er ist. Er will dir zeigen, wie sehr er dich liebt und dass er noch viel mit dir und deinem Leben vorhat, denn er hat versprochen, dein Leben reich zu machen. 

Halte deine Augen offen nach deinem brennenden Dornbusch. Es mag sein, dass Gott dir an ganz anderen Stellen begegnet, wahrscheinlich viel unspektakulärer – aber wer weiß. Wie reagierst du, wenn er dich bei deinem Namen rufst? Wirst du antworten?

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de