Eine blaue Weintraube am Weinstock

Zu Hause

Früher war ich viel mehr unterwegs als heute – im Sommer alleine drei Wochen mit den Pfadfindern in der ganzen Welt. Aber egal, wo es einen hintreibt, egal, wie lange man unterwegs ist, zu Hause ist immer noch zu Hause. Wenn du die Tür aufmachst, dann hast du ein Gefühl, dass du nirgends sonst auf der Welt hast. 

Und egal, wie lange du unterwegs warst, du brauchst keinen Bauplan deiner Wohnung, um herauszufinden, wo das Badezimmer oder die Küche sind. Vielleicht weißt du nicht mehr, wo du einen bestimmten Stift hingelegt oder ein bestimmtes Schriftstück „verbuddelt“ hast. Aber dennoch weißt du: „Hier bin ich zu Hause“, weil kein Ort auf der Welt – so schön sie auch sein mögen – wie dein zu Hause ist. 

Taufe

Gestern im Gottesdienst haben sich zwei Frauen taufen lassen. Bevor sie ins Becken gestiegen sind, haben beide in sehr unterschiedlicher Art und Weise „Zeugnis“ gegeben – das heißt, sie haben erzählt, wie sie zum Glauben gekommen sind und warum sie sich nun taufen lassen wollen.

Eine Frau erzählte davon, dass sie schon als Kind (als einzige in der Familie) ganz tief in sich spürte, dass es da mehr geben musste als das Sichtbare. Sie konnte dieses Übernatürliche nicht fassen, aber machte sich irgendwann auf die Reise, es zu suchen. 

Sie versuchte verschiedenes aus, probierte es unter anderem mit Meditation und dem Buddhismus und kam darüber zur Esoterik. Sie spürte ganz fest, dass es etwas Göttliches, einen Gott geben musste. Aber sie fand ihn nicht. Weder im Buddhismus (der ja an keinen Gott glaubt), noch in der Esoterik.

Als sie dann den christlichen Glauben „ausprobierte“, hörte sie, dass man Jesus in sein Leben einladen konnte. Bewegt erzählte sie davon, wie sie das tat und genau dasselbe Gefühl hatte, wie man es hat, wenn man nach einer langen Reise nach Hause kommt. 

Plötzlich – so sagte die junge Frau – wusste sie, wo sie hingehörte. Plötzlich wusste sie, dass Gott kein unpersönliches Etwas ist, sondern der liebende Vater, der mit weit ausgebreiteten Armen schon lange auf sie gewartet hatte. Sie war zu Hause angekommen. 

Als sie dann ins Wasser stieg, um sich taufen zu lassen, war das einer der Momente, in denen ich mit den Tränen kämpfen musste. Denn auch ich kann mich genau daran erinnern, wie ich nach Hause kam nach einer langen Reise.

Verbundensein

Und ich sehe auch, wie viel ich innerlich im Alltag „auf Reisen“ bin – und viel zu selten zu Hause. Ja, ich sollte öfters nach Hause gehen. Jesus hat einmal gesagt: Bleibt fest mit mir verbunden, und ich werde ebenso mit euch verbunden bleiben!“ (Johannes 15, 4 HfA). 

Dieses Verbundensein ist das Geheimnis. Luther übersetzt den Vers sogar noch näher am griechischen Urtext, wenn er sagt: „Bleibt in mir und ich in euch“. Unser Ziel ist es zu Hause zu sein in Christus. Er ist der Ort, der uns Sicherheit gibt, der uns schützt in Zeiten des Sturms, wo wir auftanken von den Mühen des Alltags, wo wir ruhen können, aber auch – um es ganz bildlich zu sagen – am Kamin sitzen und eine Tasse Tee trinken können, einfach, um uns wohl zu fühlen. 

Geht es dir auch so, dass du viel zu rastlos bist in deinem Leben, dann nimm dir Zeiten und genieße sie zu Hause – verbunden mit Jesus. Es ist so wichtig. 

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de