Triebe recken sich zum Licht

Mancher macht uns das Leben schwer

Hast du schon einmal dafür gebetet, dass Gott dafür sorgt, dass dein Kollege versetzt wird? Oder, dass dein Chef sich bei einem anderen Arbeitgeber bewirbt? Manche Menschen in unserem Umfeld machen uns das Leben schwer und es grummelt schon im Magen, wenn wir nur daran, denken, dass wir ihnen bald wieder begegnen werden. 

Ich habe schon „gegen andere Menschen“ oder für solche Situationen gebetet – aber meist hat Gott nicht so geantwortet, wie ich es mir gewünscht hätte. Einmal musste ich sogar meinen Job wechseln und nicht der Chef. Und auch zu anderen Gelegenheiten habe ich mich zum Rückzug aufgemacht.

Aber warum muss man Menschen um sich herum ertragen, die man kaum ertragen kann? Warum gibt es so viele Situationen im Leben, die einem unangenehm sind? Und warum greift Gott dann nicht ein und verändert alles so, dass ich mich wieder wohlfühle?

Nichts passiert

Besonders, wenn ich das Gefühl habe, dass ich alles gebe, um die Situation zu entspannen, sich aber nichts tut – und ich dann noch um Weisheit und Liebe im Herzen bete (vor allem aber, dass Gott den Grund für die Anspannung wegnimmt) – aber nichts zu passieren scheint, dann ärgere ich mich regelrecht. 

Ist Gott nicht ab und an völlig ungerecht zu mir? Er kann doch mit einem Fingerschnipp Berge versetzen, da kann er doch bitte auch dafür sorgen, dass mein Leben entspannter wird. Und dann lese ich in Davids Psalmen: „Glücklich sind alle, die ihre Stärke in dir suchen, die gerne und voll Freude zu deinem Heiligtum ziehen“ (Psalm 84, 6 HfA).

Ich bin nicht glücklich – und das, obwohl ich meine Stärke offensichtlich in Gott suche und durch mein Gebet in sein Heiligtum einziehe. Wie kann Gott zulassen, dass mir so etwas geschieht?

Nun, zumindest in meinem Leben kann ich bezeugen, dass der folgende Satz aus den Psalmen sich immer bewahrheitet hat. Dort heißt es von denen, die ihre Stärke bei Gott suchen und voll Freude in sein Heiligtum ziehen: „Wenn sie durch ein dürres Tal gehen, brechen dort Quellen hervor und der Herbstregen bewässert das trockene Land“ (Psalm 84, 7 HfA).

Zeiten der Dürre

Wir gehen mit unserem Leben immer wieder durch Zeiten der Dürre. Wir erleben immer wieder Dinge, bei denen wir uns fragen, warum sie uns geschehen. Das sind Zeiten, die schwer sind, die belasten, die uns oft an unsere Grenzen bringen. 

Bisher habe ich aber immer erlebt, dass Gott mich durch solche Zeiten nicht nur hindurchgetragen hat, sondern, dass ich wirklich erleben durfte, wie Quellen aufbrachen und damit neues Leben in mein Leben kam. Deswegen frage ich heute nicht mehr – warum passiert mir das? Sondern eher? Wozu passiert mir das? 

So, wie ein Edelstein durch Druck veredelt wird oder Gold durch Feuer gereinigt, so wächst mein Charakter an Kollegen, die mir das Leben schwermachen oder Chefs, von denen ich wünsche, dass sie lieber woanders wären. Aber auch durch jede andere Situation, die mir scheinbar das Leben schwermacht. Warum? 

Gott hat versprochen, dass er mich auch in solchen Lebenslagen nicht alleine lässt. „Das geknickte Schilfrohr wird er nicht abbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen„, so heißt es in Jesaja 42,3 (HfA). 

Wenn ich durch schwere, dürre Zeiten hindurchmuss – und merke, wie Gott mich hindurchträgt, wenn ich sehe, dass Quellen hervorbrechen und das trockene Land bewässert wird, wenn ich erlebe, wie Neues entsteht, neue Wege sich ebnen, Türen sich öffnen und dann zurückschaue, dann erkenne ich: Die Zeiten waren schwer, aber sie haben mich zu dem gemacht, der ich heute bin. Mein Glaube ist intensiver und mein Vertrauen tiefer geworden. Und mein Charakter hat sich durch diese Zeiten verändert. 

Vielleicht werde ich immer wieder mal dafür beten, dass Menschen aus meinem Leben verschwinden, aber ich bin ja auch noch nicht am Ende meines Weges.

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de