Wütender Mensch im Wald

Stell dir vor …

Gott würde jeden Verstoß seiner Regeln ahnden. Bei dem Gedanken kribbelt es mir mächtig im Magen. Ich weiß nur zu gut, dass Gott Regeln aufgestellt hat, damit wir Menschen gut miteinander klarkommen können. Wenn wir uns an Gottes Regeln halten würden, dann gäbe es weder Krieg noch Armut, weder Streit noch Lug und Betrug, weder Frust noch Depression. Wir würden alle mit weniger Tränen durch das Leben kommen (ob wir glücklicher wären, wage ich nicht zu beurteilen).

An Regeln halten

Eigentlich wissen wir das tief im Herzen – und dennoch fällt es uns so schwer, uns an Regeln zu halten. Irgendwie steckt das im Menschen so drinnen: Wenn du mit deinem Auto in Berlin genau 50 Kilometer pro Stunde fährst (weil eben 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind), dann bist du ein Verkehrshindernis, weil fast alle Autofahrer versuchen, so schnell zu fahren, dass ein Blitzer gerade noch nicht auslösen würde. Bei fest installierten Blitzern führt das zu einer schon fast lustigen Situation. Bis 10 Meter vor dem Apparat fahren die Autos zu schnell, dann wird ganz plötzlich stark abgebremst.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich nicht besser bin – obwohl ich nicht gerade rase. So ist es mit anderen Regeln – und vor allem den Regeln von Gott – irgendwie auch. Wie schnell huscht uns Menschen die kleine Notlüge über die Lippen. Dir nicht? Echt jetzt? Das fängt doch schon bei der Begrüßung an: “Hallo, wie geht es dir?”, fragen wir oft. Aber interessiert es uns in den meisten Fällen wirklich, wie es unserem Gegenüber geht?

Wir sind, was das Brechen von Regeln angeht, nicht gerade immun – und in vielen Fällen versuchen wir es erst gar nicht, sie zu halten. Und nun stelle ich mir vor, Gott würde jeden großen und kleinen Verstoß bestrafen, so wie es die Polizei tut, wenn ich geblitzt wurde, weil ich zu schnell gefahren bin. Einmal üble Gedanken gehabt – die Post mit dem “Ticket” kommt sofort nach Hause. Einmal gelogen – die Strafe ist schon unterwegs.

Dann hätten wir allen Grund, frustriert und deprimiert zu sein (und wären wohl alle ziemlich arm, wenn wir ähnliche Strafen bekämen wie beim Blitzer).

Bosheit der Menschen

Jona ist es auch, aber aus einem anderen Grund. Er hatte sich auf den Weg gemacht, der Stadt Ninive ein Strafgericht anzukündigen. Er hatte versucht wegzulaufen, war in Seenot geraten, musste drei Tage in einem Fisch überstehen, wurde wieder ausgespuckt, lief dann doch in die Stadt und predigte dort, dass Gott die Bosheit der Menschen nicht mehr mit ansehen könnte.

Planänderung

Und was geschah? Die Menschen taten Buße. Sie wandten sich ab von den bösen Taten. Und Gott änderte seinen Plan – aus Liebe. Gott vergab den Menschen, die wieder zu ihm zurückgekehrt waren. Und Feuer und Schwefel vom Himmel, die Jona vielleicht erwartet hatte, blieben aus. Jona ist mächtig sauer und hat Frust, denn er denkt, seine Mission war umsonst.

Beherztes Auftreten

War sie das? Natürlich nicht, denn ohne Jona hätten sich die Menschen in Ninive weiterhin gegenseitig das Leben zur Hölle gemacht. Nur durch Jonas beherztes Auftreten und Predigen wurden ihre Herzen angesprochen und verändert. Aber Jona ist so frustriert, dass er am liebsten sterben würde. Und als Gott ihn darauf anspricht, reagiert er bockig: »Mit vollem Recht bin ich wütend, am liebsten wäre ich tot!« (Jona 4, 9 HfA).

Enttäuscht

Jona hat Frust und ist wütend darüber, dass Gott ein gnädiger Gott ist – und das, obwohl er es doch am eigenen Leib erfahren hat. Er war doch weggelaufen, er hatte doch den Auftrag nicht angenommen, er hatte doch auf Gott nicht gehört. Und jetzt ist er enttäuscht, dass Gott auch Ninive gegenüber gnädig ist.

Einem anderen Menschen nichts gönnen

Jona zeigt hier eine Reaktion, die ich schon oft gesehen habe – Menschen gönnen anderen Menschen die Gnade und Liebe nicht, nach der sie sich selbst sehnen. Aus Frust gönnen Menschen anderen Menschen nicht, dass diese Gott gewaltig erleben – obwohl sie es doch auch schon selbst gespürt hatten. Ich habe es sogar schon erlebt, wie Leute Regeln strenger machten, als sie in der Bibel überhaupt stehen und dann mit der Begründung: “Ich habe zwar früher auch den Fehler gemacht, aber, weil ich jetzt einsehe, dass das falsch war, darfst du den Fehler nicht machen!”

Frustriet und Depressiv?

Wo hast du ein hartes Herz? Wo hast du Frust über Gottes Reaktion? Oder wann fühlst du, wie sich eine Depression über dein Leben legt? Wo lässt du Gottes Liebe und Gnade nicht an dich heran und vor allem, warum nicht?

Lass dich von Frust und Depression befreien

Vielleicht findest du ein wenig Zeit, in Ruhe und ungestört darüber nachzudenken, denn Gott möchte deinen Frust und deine Depressionen aus deinem Leben wegnehmen und dich frei machen. Aber dafür ist es wichtig, dass du sie erkennst und bewusst abgibst. Tausche sie bewusst am Kreuz gegen Freiheit ein – du wirst spüren, wie Jona und die Menschen aus Ninive, dass Gott ein guter Gott ist, ein vergebender Gott, voller Liebe für dich!

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de