Kürbis mit Grimassen und Licht

Halloween

Heute feiern Menschen überall auf der Welt “Halloween” (wenn auch Corona-bedingt sicherlich nicht so wie sonst), aber auch den Reformationstag. Der Name Halloween kommt aus dem Irischen “All Hallows Eve” (Aller Heiligen Abend – bei uns Allerheiligen). An diesem Tag (dem 1. November) gedenken katholische Christen der verstorbenen Heiligen.

Geschichten

In Irland kam dazu am Vorabend von Allerheiligen die ganze Familie zusammen. Man aß zusammen, feierte und erzählte sich alte Geschichten, wie die vom alten Jack. Er war kein guter Mensch, sondern ein Trunkenbold und Betrüger. Und so kommt eines Tages der Teufel, um ihn abzuholen. Jack war aber nicht nur gemein, sondern auch schlau. Er bat den Teufel, ihm noch einen Apfel vom Baum zu pflücken, was der gerne tat. Als der Teufel im Baum saß, ritzte Jack ein Kreuz-Zeichen in den Baum. Der Teufel konnte nicht mehr herunter.

So rang Jack ihm das Versprechen ab, ihn nicht in die Hölle zu holen. Als Jack dann doch eines Tages verstarb, war – so erzählte man sich – kein Platz im Himmel für ihn. Aber auch in der Hölle wurde er abgewiesen, denn der Teufel hatte es ihm ja versprochen. Damit Jack den Weg aus der Hölle wieder herausfinden würde, gab der Teufel ihm ein Stück glühende Kohle, das Jack in eine hohle Rübe legte. So hatte er eine Laterne.

Zwischen Himmel und Hölle

Die Legende sagt weiter, dass Jack seitdem zwischen Himmel und Hölle wandert, weil seine Seele keine Ruhe findet. Und der Kürbis? Nun, Irland war ein sehr schönes, aber auch sehr armes Land, und so suchten viele Iren in Amerika ein neues Glück. Dort fanden sie eine Frucht, die man bis dahin in Europa nicht kannte – den Kürbis. So verband man die alte Legende mit der neuen Frucht.

Man stellte seitdem Kerzen in den Kürbis, schnitzte das böse Gesicht von Jack hinein und nannte das ganze dann Jack’o Latern. Also hat Halloween irgendwie etwas mit dem Glauben zu tun (Allerheiligen als kirchliches Fest) , dann aber doch nicht (weil es um Totenkult und Geister geht).

Angst vor dem Teufel

Am Tag vor Allerheiligen 1517 schlug ein Mann namens Martin Luther 95 Sätze (Thesen) an die Schlosskirche zu Wittenberg, um auf große Missstände im katholischen Glauben aufmerksam zu machen. In der Zeit, in der Luther lebte, hatten Menschen viel Angst vor dem Teufel und Geistern und vor allem, dass sie aus eines Tages in der Hölle landen würden. Und so versuchten sie vor allem mit Fleiß, gute Menschen zu sein, um der Hölle zu entkommen. Die katholische Kirche verkaufte zudem damals sogenannte Ablassbriefe. Wer genug Geld hatte, konnte sich damit von Sündenstrafen “freikaufen”. Die Angst vor der Hölle war also ein einträgliches Geschäft.

Bibelstudium

Luther hatte im Bibelstudium aber entdeckt, dass Menschen weder den Teufel überlisten müssen, noch sich die Liebe Gottes verdienen können. Er stritt nicht ab, dass es das Böse (den Teufel) gibt. So warf er sogar einmal ein Tintenfass nach ihm, als er das Gefühl hatte, der Teufel wäre ihm zu nah gekommen.

Reformationstag

Gott – so fand Luther heraus – ist ein Gott der Gnade. Alles, was man tun muss, ist diese Gnade anzunehmen. Rettung gibt es nicht dadurch, dass ich alles richtig mache oder Ablassbriefe kaufe, sondern wenn ich Jesus Christus annehme. Eine zentrale Stelle, die Luther entdeckt hatte, ist diese: Weil Gott so gnädig ist, hat er euch durch den Glauben gerettet. Und das ist nicht euer eigener Verdienst; es ist ein Geschenk Gottes” (Ephemer 2, 8). Und der berühmte Schriftsteller Mark Twain hat einmal dazu gesagt: “Wenn die Errettung durch gute Werke geschähe, würde dein Hund in den Himmel kommen und du würdest draußen bleiben.” Am 31. Oktober feiern wir also auch den Reformationstag.

Was ist mir wichtig?

Was ist mir also wichtig an diesem Festtag, dem Reformationstag? Angstmacherei, Grusel und Gespenster oder die Entdeckung, dass Gott mich leidenschaftlich liebt und ich nichts tun kann, um diese Liebe größer oder kleiner zu machen, dass ich nichts tun muss, als diese Liebe anzunehmen.

Ich kann strahlen

Ich denke, wir werden den Halloween-Kult nicht aufhalten können in unserem Land, da hängt allein zu viel Kommerz dran. Auch Verbote erreichen nur, dass Menschen sich von uns Christen und vom Glauben abwenden. Aber, was ich tun kann: Ich kann selber strahlen, weil Gottes Liebe in mir brennt. Ich kann Gottes Liebe in mir wirken lassen, mich von Gottes Liebe verändern lassen und Gottes Liebe weitergeben (und übrigens auch wundervolle Feste mit Lichtern, Kürbissen und Süßigkeiten – und meinetwegen auch mit Verkleiden – feiern, nur eben ohne Grusel…).

Das bringt eher Menschen dazu nachzudenken als erhobene Zeigefinger oder weitere Moralpredigten. Außerdem ist es viel besser im Leben, sich von Liebe erfüllen zu lassen und selber Licht zu sein, als sich über etwas zu ärgern.

Ich wünsche dir einen wundervollen, wenn auch durch Corona doch ziemlich eingeschränkten Reformationstag. Jesus liebt dich!

Sei gesegnet!

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de